Tierisch gut!

Tierisch gut!

Wir alle wissen, dass Katzen und Hunde sich gerne und oft strecken, vor allem nachdem sie geschlafen haben. Sie tun dies instinktiv – und sie tun das Richtige!

Auch wir moderne Menschen merken, wenn wir uns strecken, wie gut es uns tut. Doch leider verlieren wir diesen Instinkt zum intensiven Ausdehnen des Körpers meistens irgendwann im Leben. Es wäre allerdings gut, wenn wir diese positive Angewohnheit in ähnlicher Form wieder aufnehmen würden. Nach einer Nacht von mehreren Stunden Schlaf in nahezu Bewegungslosigkeit sollten wir nämlich dafür sorgen, dass unsere Faszien nicht verkleben.

Faszien durchziehen netzartig den gesamten Körper, geben ihm Stabilität und Form. Sie umhüllen die einzelnen Muskeln und den gesamten Muskelstrang, Knochen, Organe etc. und trennen sie durch diese Umhüllung voneinander. Diese Trennungsfunktion ist wichtig für das Funktionieren unseres gesamten Systems. Zwischen den Faszien werden nämlich Abbauprodukte (wie beispielsweise Laktat) und Aufbauprodukte (z. B. Collagen) transportiert. Verklebte und verfilzte Faszien verhindern diesen Austausch an Nähr- und Abfallstoffen.

Durch zu wenig Bewegung verfilzen die Faszien. Schonhaltungen, unpassende Ernährung, Stress, schlechter Schlaf Schlaf tragen mit dazu bei. Das fasziale Netz gerät unter Spannung, engt uns ein, blockiert Körperfunktionen, Lymphabfluss, Nährstoffzufuhr und Bewegung. So entsteht ein Teufelskreis. Weil wir uns nicht mehr bewegen können, tun wir es nicht mehr und machen dadurch alles noch schlimmer.

Zurück zum eigentlichen Thema: Nach einem langen, hoffentlich erholsamen Schlaf kann es also genauso erholsam und vorteilhaft sein, sich erstmal gründlich zu strecken. Am besten in alle Richtungen. Dabei lösen sich nämlich die bereits nach wenigen Stunden ohne Bewegung entstandenen Verklebungen zwischen den Faszien. Man merkt es ja dann auch gleich: wenn man sich nach dem Aufstehen noch unbeweglich und steif gefühlt hat und dann gestreckt hat, fühlt man sich irgendwie befreit. Und wenn es nicht gleich nach dem Aufstehen passt, dann kümmere Dich später darum. Eventuell auch erst am Abend vor dem Schlafengehen. Zum Beispiel in einer Yogastunde. Wichtig ist, dass Du es regelmäßig tut und die Verklebungen sich gar nicht erst breitmachen können.